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In Haircare: Wie eine Community-Marke Afrohaare und Lockenpflege in Frankreich neu denkt

Junge Frau mit lockigem Haar sitzt am Tisch und lächelt in einen runden Wandspiegel in einem hellen Raum.

Menschen mit Locken, krausem Haar oder allgemein „texturierten“ Haaren kennen die frustrierende Realität: Es gibt unzählige Produkte im Regal, doch nur wenige funktionieren wirklich. Genau diese Lücke nahmen zwei junge Gründer zum Ausgangspunkt – und bauten in wenigen Jahren eine Marke auf, die in Frankreich heute als feste Referenz für die Pflege von Afrohaaren und ausgeprägten Locken gilt.

Wie aus einem persönlichen Problem ein Geschäftsmodell wurde

In Frankreich haben etwa 20 Prozent der Bevölkerung Afrohaare oder stark strukturierte Haare. Trotzdem war die Auswahl in Drogerien und Parfümerien lange Zeit nahezu nicht existent. Die Beautywelt zeigte überwiegend glatte Haare; andere Haarstrukturen spielten in Beratung, Sortiment und Bildsprache kaum eine Rolle.

Für Rebecca Cathline, die zwischen Guadeloupe und Côte d’Ivoire aufwuchs, war das mehr als nur ein Ärgernis – es wirkte wie ein klarer Beleg für eine Marktlücke. Sie bekam mit, wie Freundinnen ihre Haare chemisch glätteten, sie versteckten oder irgendwann resignierten, weil es an Fachwissen und passenden Produkten fehlte. Aus dieser Lücke entstand zunächst keine Produktlinie, sondern ein Service.

Zusammen mit ihrem Mitgründer Didier Derozin launchte sie 2015 „Ma Coiffeuse Afro“: eine App, über die sich Friseurinnen buchen liessen, die Afrohaare, Locken und Wellen beherrschen und für den Termin nach Hause kommen. Das Konzept traf einen Nerv – endlich gab es Profis, die nicht nur „irgendwie“ schneiden, sondern die jeweilige Haarstruktur wirklich verstehen.

Mit der Zeit bemerkten die beiden jedoch, dass ein Thema immer wieder auftauchte: die richtige Pflege zu Hause. Wer nicht ständig zur Stylistin gehen will, braucht eine unkomplizierte, verlässliche Routine im eigenen Badezimmer.

Geburtsstunde von In Haircare mitten im Lockdown

2020, während des ersten Corona-Lockdowns, folgte der nächste Schritt: Rebecca und Didier gründeten In Haircare. In einer Phase, in der Friseursalons geschlossen waren und viele Menschen mehr Zeit im Bad verbrachten, brachten sie eine Pflegelinie heraus, die gezielt Haarbruch reduzieren und das Haarwachstum unterstützen sollte.

Der Lockdown wurde zum ungewöhnlichen Beschleuniger – Menschen hatten endlich Zeit, sich intensiv um ihre Haare zu kümmern und neue Routinen zu testen.

Die beiden nutzten diese Situation, um nicht nur Produkte anzubieten, sondern gleichzeitig eine Community aufzubauen. In sozialen Netzwerken teilten Nutzerinnen Vorher-nachher-Bilder, Routinen und Erfahrungen. So wurde aus der Marke eine Art digitale Selbsthilfegruppe rund um Haarausfall, dünner werdendes Haar und den Wunsch nach gesunder Fülle.

Von der Idee zum Laborprodukt

Im Hintergrund arbeitete das Gründerduo mit einem in Frankreich ansässigen, auf Kosmetik spezialisierten Labor zusammen. Nach vielen Testrunden, Anpassungen und intensiven Abstimmungen entstanden die ersten Produkte: zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs, vegan, ohne Tierversuche – und mit dem Anspruch „Hergestellt in Frankreich“.

Rebecca legte dabei einen besonderen Fokus auf Nahrungsergänzungsmittel, die das Haar von innen heraus kräftigen sollen. Kapseln und Haarpflege-Gummibärchen sind zwar im Trend, doch dem Team ging es um mehr als eine ansprechende Optik. Im Mittelpunkt standen saubere Rezepturen, nachvollziehbare Inhaltsstoffe und Effekte, die transparent erklärt werden können.

Für viele Kundinnen bedeutet weniger Haarausfall nicht nur schönere Längen, sondern auch ein Stück zurückgewonnene Selbstsicherheit.

Stress, hormonelle Umstellungen nach der Geburt, Erkrankungen oder aggressive Stylings: All das kann starken Haarverlust auslösen. Viele Rückmeldungen beschreiben, dass sich Menschen mit den Produkten wieder wohler fühlen, wenn sie in den Spiegel schauen. Genau dieser emotionale Hebel ist es, der die Gründer antreibt.

Eine Marke, die ihren Kundinnen zuhört

Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich In Haircare von einem Nischenansatz zu einem stark nachgefragten Anbieter. Rebecca erhielt den „Prix d’Excellence de la Beauté Connectée“ des Magazins Marie Claire und wurde in die Liste der zehn führenden „Digital Women“ des Jahres aufgenommen.

Auch beim Vertrieb ist die Marke inzwischen deutlich über den Online-Bereich hinausgewachsen: In Haircare ist heute unter anderem bei Ketten wie Nocibé erhältlich, im Naturkosmetik-Handel Mademoiselle Bio, in Beautyboxen von Blissim, in Apotheken sowie in Friseursalons. Für eine Marke, die aus einer Community heraus entstanden ist, ist das ein bemerkenswerter Schritt Richtung Mainstream.

Ein zentraler Treiber des Erfolgs: Die Entwicklung neuer Produkte richtet sich konsequent nach dem Feedback der Nutzerinnen. Über Social Media und Umfragen fragt das Team regelmässig nach den dringendsten Baustellen – etwa trockene Längen, juckende Kopfhaut oder Kantenbruch durch straffe Frisuren.

Wachstum mit klarer Mission

Rebecca und Didier planen längst über Frankreich hinaus. Ihr Anspruch ist eine starke Präsenz in ganz Frankreich und darüber hinaus in weiteren Ländern, in denen Menschen mit texturierten Haaren noch immer an denselben Regalen vorbeigehen wie damals sie selbst.

Ihr Sortiment verstehen sie nicht als Luxus, sondern als praktisches Mittel für mehr Selbstbestimmung. Wenn jemand nach einer Chemo, nach einer belastenden Phase oder nach einer Geburt wieder dichteres Haar bekommt, kann das die gesamte Ausstrahlung verändern – von Bewerbungsgesprächen bis zum ersten Date.

Haarpflege wird hier nicht als Schönheitskür verstanden, sondern als Teil von Gesundheit, Identität und Alltag.

Was texturierte Haare eigentlich brauchen

Wer von Natur aus glattes Haar hat, unterschätzt oft, wie anspruchsvoll Locken und Afrohaare sein können. Durch die Struktur gelangen die natürlichen Öle der Kopfhaut nur schwer bis in die Spitzen. Genau deshalb sind diese Haartypen anfälliger für Trockenheit, Spliss und Haarbruch.

Zu den typischen Bedürfnissen texturierter Haare zählen:

  • Intensive Feuchtigkeit: Cremes, Pflegeprodukte ohne Ausspülen und Öle, die Feuchtigkeit im Haar halten.
  • Sanfte Reinigung: milde Shampoos ohne aggressive Sulfate, damit die Haare nicht zusätzlich austrocknen.
  • Schutz vor Reibung: Seidenkissenbezüge oder Satin-Hauben, um nächtlichen Bruch zu verringern.
  • Pflege von innen: eine ausgewogene Ernährung und bei Bedarf Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Spurenelementen.

Marken wie In Haircare setzen genau an diesen Punkten an. Statt Formeln nach dem Prinzip „für alle gleich“ geht es um Lösungen, die zu konkreten Haarbildern passen – von stark kraus bis leicht gewellt.

Risiken falscher Pflege und Chancen eines durchdachten Konzepts

Bei texturierten Haaren können unpassende Produkte besonders schnell sichtbare Schäden verursachen. Zu aggressive Shampoos, dauerhafte Glättungen oder Stylingsprays mit hohem Alkoholanteil führen häufig zu:

  • Haarausfall an den Schläfen und am Nacken
  • brüchigen Spitzen
  • juckender, schuppiger Kopfhaut
  • dauerhaft geschwächter Haarstruktur

Ein Ansatz wie der von In Haircare will diesen Kreislauf stoppen: weniger Chemie, mehr Aufbau, mehr Aufklärung. Ziel ist, dass Menschen verstehen, weshalb bestimmte Inhaltsstoffe besser gemieden werden – und welche man stattdessen gezielt auswählen sollte.

Wie eine sinnvolle Routine aussehen kann

Viele Nutzerinnen stellen sich beispielsweise so auf:

  • ein mildes Shampoo im wöchentlichen Rhythmus
  • eine reichhaltige Maske oder eine Intensivpflege
  • ein Produkt ohne Ausspülen für den Alltag
  • zusätzlich eine Kur mit Nahrungsergänzungsmitteln über mehrere Wochen

Entscheidend ist, Kopfhaut und Haar über mehrere Monate zu beobachten, statt nach zwei Anwendungen sofort das nächste Produkt zu kaufen. Genau dazu ermutigt die Community rund um In Haircare: Geduld, Dokumentation und Austausch.

Mehr als Kosmetik: Identität, Repräsentation und Marktpotenzial

Die Geschichte von Rebecca und Didier macht deutlich, wie sehr gesellschaftliche Veränderungen in der Beautybranche sichtbar werden. Über Jahre hinweg galten glatte, europäische Haare als Norm; wer davon abwich, sollte die eigene Struktur „bändigen“. Inzwischen wächst das Bewusstsein, dass Locken, Afrohaare und jede Zwischenform nicht nur akzeptiert, sondern auch gefeiert werden können.

Für Investorinnen und Investoren ist dieses Feld schon lange kein reines Nischenthema mehr. Texturierte Haare sind weltweit verbreitet, gleichzeitig bleibt die Versorgung mit wirklich passenden Produkten in vielen Märkten lückenhaft. Marken, die früh glaubwürdig auf Transparenz, Wirksamkeit und Community setzen, verschaffen sich einen Vorsprung – In Haircare zählt in Frankreich dazu.

Auch für Konsumentinnen im deutschsprachigen Raum kann sich der Blick nach Paris und darüber hinaus lohnen. Wer eine ähnliche Haarstruktur hat, findet in solchen Konzepten Anregungen, wie eine Routine aussehen kann, die tatsächlich passt – ob mit französischen Produkten, mit Marken aus dem eigenen Land oder als Kombination.


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