Friseurinnen und Friseure sind sich einig: Mit einem durchdachten Styling lassen sich Gesichtszüge optisch nach oben „ziehen“. Dafür braucht es weder Skalpell noch Spritze – sondern lediglich Haargummi, Bürste, etwas Produkt und die passende Technik. Drei unkomplizierte Frisuren sorgen für einen erstaunlichen Lifting-Effekt, der gerade ab 50 besonders gut zur Geltung kommt.
Warum bestimmte Frisuren das Gesicht wie geliftet wirken lassen
Der Trick ist keine Magie, sondern reine Mechanik. Sobald das Haar nach oben und leicht nach hinten straff zusammengeführt wird, entsteht Zug an Schläfen, Haaransatz an der Stirn und am Bogen der Augenbrauen. Dadurch können feine Linien an den Schläfen kurzfristig geglättet wirken, der Blick erscheint offener, und das Gesicht wirkt insgesamt fester.
Je höher und sauberer die Haare am Oberkopf fixiert werden, desto deutlicher wirkt das Gesicht optisch angehoben.
Kommt ein freier, heller Stirnbereich hinzu, fällt mehr Licht ins obere Gesichtsdrittel. Augenringe bzw. Schatten unter den Augen treten optisch etwas in den Hintergrund – das Gesicht wirkt aufgeräumter und klarer konturiert. Genau hier setzen viele Frauen ab 50 an: Die Haut verliert an Spannkraft, der untere Gesichtsbereich sinkt leicht ab, und die Kinnlinie wird weicher.
Diesen Effekt nutzen Profis ganz bewusst: Spannung und Volumen werden nach oben verlagert – weg von Kinn und Hals, hin zu Oberkopf und Schläfen. So entsteht der Eindruck, das Gesicht sei insgesamt angehoben.
Der Hintergrund: Trend zu straff gestylten Hochsteckfrisuren
International sind sehr straff gebundene Pferdeschwänze und Knoten beliebt, bei denen die Ansätze glatt anliegen und die Längen klar nach oben geführt werden. Solche Looks betonen Konturen deutlich und vermitteln sofort ein gestrafftes Gesamtbild.
Wichtig ist vor allem, dass die Haaransätze – insbesondere an den Schläfen – wirklich flach, sauber und kontrolliert anliegen. Dafür verwenden Profis häufig:
- eine Naturborstenbürste, um die Haare eng an den Kopf zu legen
- ein leichtes Gel oder Wachs, damit keine feinen Härchen abstehen
- Haarspray, um das Styling zu fixieren
Trotz der Vorteile gilt: Zu viel oder dauerhafter Zug kann unangenehm werden. Viele Kundinnen berichten dann von Kopfschmerzen oder einer gereizten Kopfhaut. Wird die Frisur regelmäßig extrem straff getragen, kann langfristig sogar Haarverlust an den Schläfen begünstigt werden.
Friseure raten: Lifting-Effekt gern, aber bitte mit Augenmaß – und nicht jeden Tag maximal straff binden.
Deshalb empfehlen Fachleute, die Zopfhöhe immer wieder zu verändern, zwischendurch bewusst lockere Looks zu tragen und die Kopfhaut am Abend sanft zu massieren, sobald das Haargummi herausgenommen ist.
Die drei Frisuren mit Lifting-Effekt ab 50
1. Hoher Pferdeschwanz für einen klaren, wachen Ausdruck
Der klassische hohe Zopf ist die schnellste Lösung. Er eignet sich für mittellange bis lange Haare und passt besonders gut zu runden und ovalen Gesichtsformen. Entscheidend ist die Platzierung:
- Orientierungslinie: Kinn – äußerer Augenwinkel – Oberkopf
- Entlang dieser schrägen Linie wird das Haargummi positioniert
- Die Schläfenpartie wird sorgfältig in Richtung Zopf gebürstet
Durch die schräge Ausrichtung entsteht optisch ein „Sog“ nach oben. Das Gesicht wirkt länger, und die Kinnpartie erscheint weniger schwer. Wer zu feinen Fältchen an den Schläfen neigt, profitiert zusätzlich: Die glatt gebürsteten Seiten lassen diesen Bereich sichtbar ruhiger wirken.
Ein hoher Pferdeschwanz öffnet den Blick, streckt das Gesicht und lenkt den Fokus auf Augen und Wangenknochen.
Wovon abzuraten ist: ein tiefer Zopf im Nacken. Der lenkt den Blick eher nach unten und betont damit ausgerechnet das, was viele eher abmildern möchten – weichere Konturen im unteren Gesichtsdrittel.
2. Gedrehter Hochsteckknoten für klare Konturen
Wer ein stärkeres Straffungsgefühl möchte und mehr Halt sucht, setzt auf den gedrehten Knoten. Ausgangspunkt ist ein sehr hoch gebundener Pferdeschwanz. Dieser wird anschließend fest eingedreht, um das Haargummi gelegt und mit Haarnadeln fixiert.
Der Knoten wirkt wie ein stabiler Anker: Die Spannung bleibt mehrere Stunden erhalten, ohne dass man ständig nachziehen muss. Der Oberkopf wirkt höher, die Wangen erscheinen schmaler, und die Kinnlinie zeichnet sich definierter ab.
Ein weiterer Vorteil: Der Nacken liegt vollständig frei. Gerade wenn dort kleine Fältchen sichtbar sind oder die Haut etwas nachgibt, wirkt ein freier, aufgerichteter Hals deutlich eleganter.
- gut geeignet für: mittellange bis sehr lange Haare
- ideal für: weich gewordene Wangenpartie, weniger definierte Kinnlinie
- Stylinghelfer: Haarnadeln, feiner Kamm, Haarspray mit flexiblem Halt
3. Hohe Halbfrisur: sanfter Lifting-Effekt mit weicher Silhouette
Wer eine empfindliche Kopfhaut hat oder den sehr strengen Look nicht mag, fährt mit einer hohen Halbfrisur gut. Dabei wird nur die obere Partie nach hinten genommen, während die unteren Längen locker über Schultern und Nacken fallen.
Die abgetrennte Sektion verläuft ungefähr von Ohrhöhe über den Oberkopf. Sie wird zur Mitte nach hinten geführt und dort mit einem Gummi, einem Clip oder einer Schmuckspange befestigt. Die entstehende Spannung kann den Augenbrauenbereich und die oberen Wangen leicht anheben. Gleichzeitig rahmen die offenen Längen die Kieferpartie und können einen weniger straffen Hals optisch weicher wirken lassen.
Die Halbfrisur ist der Kompromiss: sichtbarer Lifting-Effekt, ohne dass der ganze Kopf unter Spannung steht.
Diese Variante funktioniert sogar bei etwas feinerem Haar, weil die offenen Längen zusätzliches Volumen suggerieren.
So bleibt der Lifting-Look gesund für Haare und Kopfhaut
Damit die Belastung für die Haarwurzeln begrenzt bleibt, sind Details entscheidend. Friseurinnen und Friseure nennen dabei immer wieder dieselben Punkte:
- Stoffummantelte Haargummis oder Spiralgummis verwenden, Metallteile vermeiden
- Nicht täglich maximal straff binden, Pausentage mit offenen Haaren einplanen
- Den Haaransatz abends mit den Fingerspitzen ein bis zwei Minuten massieren
- Bei ziehendem Schmerz oder Kopfdruck die Frisur sofort lockern
Andernfalls kann langfristig sehr straffes Styling zu sogenannter Zugalopezie führen – also zu kahleren Stellen, meist an den Schläfen, weil die Haarwurzeln durch dauerhafte Spannung geschwächt werden.
Für wen eignen sich diese Lifting-Frisuren besonders?
Am deutlichsten profitieren häufig Frauen, bei denen der untere Gesichtsbereich leicht nachgegeben hat, während Stirn- und Schläfenpartie noch relativ stabil sind. Auch wer morgens zu geschwollenen Augen neigt, kann mit hochgebundenem Haar den Fokus stärker auf das obere Gesicht lenken.
| Frisur | Beste Haarlänge | Besonders hilfreich bei |
|---|---|---|
| Hoher Pferdeschwanz | mittellang bis lang | müden Konturen, runder Gesichtsform |
| Gedrehter Hochsteckknoten | mittel bis sehr lang | weich gewordener Kieferlinie, kräftigen Wangen |
| Hohe Halbfrisur | schulterlang und länger | empfindlicher Kopfhaut, zu kaschierendem Hals |
Praktische Alltagstipps für einen jüngeren Gesamteindruck
Wer den Effekt zusätzlich betonen möchte, kann rund um die Frisur mit kleinen Kniffen arbeiten. Etwas Volumenpuder am Oberkopf erhöht die optische Höhe. Dezent aufgehellte Strähnen am Haaransatz bringen zusätzlich Licht ins Gesicht.
Auch Make-up kann den Lifting-Eindruck unterstützen: Concealer im inneren Augenwinkel, ein Hauch Highlighter auf dem höchsten Punkt der Wangenknochen sowie cremige Produkte statt stark pudriger Texturen. Dadurch wirkt der Look frischer und zeitgemäßer.
Wichtig ist dennoch: Diese Frisuren ersetzen keinen medizinischen Eingriff – sie arbeiten lediglich geschickt mit Optik und Proportionen. Genau deshalb werden sie so geschätzt: morgens binden, abends lösen – und der Effekt ist wieder weg, ohne dauerhafte Spuren zu hinterlassen.
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