Körperlich aktiv zu bleiben, ist im höheren Alter eng damit verbunden, Selbstständigkeit, Beweglichkeit und Unabhängigkeit im Alltag zu erhalten. Ab etwa 65 Jahren können bereits kleine Handlungen – Treppen steigen, aus einem Stuhl aufstehen oder ein Stück die Strasse entlanggehen – spürbar schwerer fallen, wenn der Körper nicht regelmässig gefordert wird. Deshalb suchen viele nach unkomplizierten Möglichkeiten, die sich sicher zu Hause umsetzen lassen.
Was ist Step für Senioren und warum wird er empfohlen?
Beim an Seniorinnen und Senioren angepassten Step wird ein niedriger, stabiler und rutschfester Absatz genutzt – entweder als eigenes Trainingsgerät oder auch als sehr fester, sicherer Tritt im Haushalt. Die Bewegung ist klar: Mit einem Bein auf den Tritt steigen, das zweite Bein nachsetzen und anschliessend kontrolliert wieder heruntersteigen. Dabei wird jeweils gewechselt, welches Bein den Schritt beginnt, und der Oberkörper bleibt möglichst aufrecht.
Der Ablauf beansprucht vor allem Oberschenkel, Waden und Gesäss. Gleichzeitig arbeitet die Bauchmuskulatur mit, um den Rumpf zu stabilisieren. Weil sich die Intensität leicht anpassen lässt, wenig Platz nötig ist und keine komplizierten Geräte erforderlich sind, gilt Step als praktische Option für alle, die sich ohne Fitnessstudio regelmässig bewegen möchten.
Sehen Sie sich ein Video auf dem YouTube-Kanal „Gesundheit des Geistes“ an, in dem die vergleichbaren Effekte von Gehen und Radfahren auf Kalorienverbrauch, Gelenkgesundheit und emotionales Wohlbefinden erläutert werden:
https://www.youtube.com/watch?v=N3b8K2m_L4o
Welche wichtigsten Vorteile hat Step für die dritte Lebensphase?
Die Vorteile von Step beschränken sich nicht auf den Kalorienverbrauch, sondern betreffen mehrere Bereiche der körperlichen Funktionsfähigkeit. Wer regelmässig übt, dabei angeleitet wird und die eigenen Grenzen beachtet, kann damit dazu beitragen, die Unabhängigkeit zu sichern und sich beim Gehen in verschiedenen Umgebungen sicherer zu fühlen.
Zu den Effekten, die Fachpersonen im Gesundheitsbereich häufig beobachten, zählen:
- Muskelkräftigung: Kräftigere Oberschenkel, Gesässmuskeln und Waden erleichtern das Aufstehen vom Stuhl, das Gehen und das Treppensteigen.
- Besseres Gleichgewicht und bessere Koordination: Das abwechselnde Auf- und Absteigen bei stabilem Oberkörper trainiert die Haltungsstabilität.
- Kardiovaskulärer Reiz: Das wiederholte Steigen erhöht die Herzfrequenz moderat und unterstützt damit Herz und Lunge.
- Erhalt der Knochensubstanz: Die leichte, wiederkehrende Belastung kann helfen, dem Verlust an Knochenmasse entgegenzuwirken.
- Mehr Alltagsselbstständigkeit: Zusätzliche Kraft und Ausdauer sorgen dafür, dass tägliche Aufgaben weniger ermüden.
Wie kann man mit Step zu Hause sicher starten?
Für den Einstieg empfiehlt sich ein vorsichtiges Vorgehen, bei dem Sicherheit im Raum und saubere Bewegungsausführung Vorrang haben. Wählen Sie einen sehr stabilen, rutschfesten Tritt und positionieren Sie ihn in der Nähe einer Wand, eines Geländers oder eines festen Stuhls, sodass bei einem Unsicherheitsgefühl sofort eine Stütze verfügbar ist.
Eine anfängliche Routine lässt sich in kurzen Abschnitten mit regelmässigen Pausen durchführen, um eine Überlastung zu vermeiden. Ein einfaches Beispiel: kurz im Haus umhergehen zum Aufwärmen, danach 30 Sekunden bis 1 Minute auf- und absteigen, dabei das Startbein abwechseln und zwischen den Durchgängen ausruhen. Insgesamt können so 5 bis 10 Minuten zusammenkommen, mit einer langsamen Steigerung über mehrere Wochen.
Ist Step für alle älteren Menschen sicher?
Auch wenn Step kostengünstig und grundsätzlich leicht umzusetzen ist, eignet er sich nicht für jede Person ohne vorherige Abklärung. Starke Knie- oder Hüftschmerzen, fortgeschrittene Arthrose, häufige Schwindelattacken, ein kürzliches Sturzereignis oder Herzerkrankungen ohne Begleitung sollten individuell durch Ärztin/Arzt, Physiotherapeutin/Physiotherapeut oder eine Fachperson für Sport- und Bewegungstherapie beurteilt werden.
Liegt eine professionelle Freigabe vor, ist Step in der Regel sicherer, wenn er mit Aufwärmen, sanftem Dehnen am Ende und weiteren ergänzenden Übungen kombiniert wird – etwa Kräftigung mit elastischen Bändern und gezielten Gleichgewichtseinheiten. So wird der Tritt nicht nur zum Auf- und Absteigen genutzt, sondern Teil eines Gesamtkonzepts, das Beweglichkeit, Sicherheit beim Gehen im Freien und Lebensqualität im Alter unterstützt.
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