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Schwangerschaft im Sommer: Tipps gegen Hitze, Schwellungen und für den Strand

Schwangere Frau in weißem Kleid und Hut trinkt Kokosnuss am Strand mit Obstpicknick auf Decke.

Wasser, Ernährung, Kleidung und Sonnenschutz: All das kann helfen, die Hitze in der Schwangerschaft deutlich angenehmer zu überstehen. Es gibt sogar einfache Massnahmen, um geschwollene Beine zu entlasten. Und ja – der Strand darf durchaus auf dem Plan stehen, solange beim Baden ein paar Vorsichtsregeln beachtet werden.

Der Sommer bedeutet lange Tage, leichtere Kleidung, Abkühlung im Meer und Spaziergänge am späten Nachmittag – in der Schwangerschaft kann diese Jahreszeit aber auch besonders anstrengend sein. Wenn Sie schwanger sind, kommt Ihnen das wahrscheinlich bekannt vor: Hitze, Wassereinlagerungen, Müdigkeit und ein Bauch, der stetig wächst. Mit einigen gezielten Pflegetipps können Schwangere (und sollten es auch) diese Monate dennoch komfortabler erleben. An erster Stelle steht dabei die Flüssigkeitszufuhr – in der Schwangerschaft ist „Hydration“ gewissermassen das Schlüsselwort.

Flüssigkeitszufuhr in der Schwangerschaft: bei Hitze noch wichtiger

Ausreichend zu trinken unterstützt die Regulierung der Körpertemperatur und kann Kopfschmerzen oder ein allgemeines Unwohlsein abmildern. Ausserdem ist wichtig zu wissen: Dehydrierung begünstigt Schwindel, ein stärkeres Erschöpfungsgefühl und weitere Beschwerden. „Oft kommen Schwangere mit Wehen in die Notaufnahme, und das hat tatsächlich mit der Flüssigkeitszufuhr zu tun. Wasser zu trinken ist während der gesamten Schwangerschaft essenziell – und bei heissem Wetter erst recht“, betont Ana Domingos, Fachkrankenschwester für Müttergesundheit und Geburtshilfe.

Wie viel genau nötig ist, hängt zwar von der Person ab, doch als Untergrenze nennt sie „mindestens zwei bis drei Liter pro Tag“. Praktisch hilft vor allem eines: immer eine Wasserflasche dabeihaben.

Ernährung bei Hitze: leichter essen und wasserreiche Früchte nutzen

Auch die Ernährung spielt im Sommer eine wichtige Rolle. Ein einfacher Trick ist, häufiger zu Obst mit hohem Wasseranteil zu greifen – zum Beispiel Wassermelone, Melone oder Ananas. Das kann besonders hilfreich sein, wenn es schwerfällt, grosse Mengen Wasser zu trinken (alternativ kann auch Wasser mit Früchten aromatisiert werden). Und natürlich gilt: lieber leichter und dafür öfter essen.

„Viele Schwangere haben bei Hitze weniger Appetit. Dann hilft es, das zu umgehen, indem man mehrmals am Tag isst – aber jeweils nur kleine Portionen“, erklärt die Pflegeexpertin.

Kleidung, schwere Beine und Schwellungen: was im Alltag entlastet

Neben Trinken und Essen lohnt sich ein genauer Blick auf die Kleidung. „Idealerweise trägt man leichte Kleidung aus Baumwolle. Am besten nichts Enges anziehen und eher lockere, atmungsaktive Stoffe wählen“, rät sie.

Schwere und geschwollene Beine sind in dieser Phase ebenfalls häufig – und viele Schwangere werden sich darin wiederfinden. „Hitze verschlimmert das oft, es ist sehr üblich, dass Schwangere in dieser Zeit mehr Beschwerden spüren. Spazierengehen hilft sehr, die Durchblutung anzuregen. Das kann zum Beispiel am Meer sein – das tut richtig gut.“ Gleichzeitig warnt Ana Domingos davor, zu lange in derselben Position zu bleiben, insbesondere über viele Stunden auf einem Stuhl sitzend. Und am Tagesende die Beine hochzulegen „ist sehr wichtig“.

Manuelle Lymphdrainage kann ebenfalls eine gute Strategie sein, vor allem ab dem 2. Trimester, „weil sie sehr dabei hilft, die Schwellung zu reduzieren“. „Es gibt auch diese kühlenden Gele, die man auf die Beine auftragen kann. Sie müssen nur für die Schwangerschaft geeignet sein. Man kann den Ehemann bitten, die Massage zu machen. Das Frischegefühl ist sofort da.“

Strand? Ja, unbedingt

Sonnenschutz in der Schwangerschaft

Ein weiterer Punkt, der besondere Aufmerksamkeit verdient, ist der Sonnenschutz. Ja – er ist das ganze Jahr wichtig, „aber in dieser Zeit ist er extrem wichtig“. „Ich empfehle, nicht ohne Sonnenschutz das Haus zu verlassen und ihn wegen des Schwitzens alle zwei Stunden erneut aufzutragen.“ Der Lichtschutzfaktor sollte 50+ betragen, und er sollte auch dann verwendet werden, wenn man nur zur Arbeit aus dem Haus geht.

Bekanntlich kann die Haut in der Schwangerschaft empfindlicher werden, und die Neigung zu Pigmentflecken ist erhöht – besonders im Gesicht. Das ist der sogenannte „pano“ beziehungsweise Melasma. Deshalb hat Sonnenschutz in dieser Phase noch mehr Gewicht. Ein breitkrempiger Hut kann zusätzlich helfen, das Gesicht zu schützen.

Baden im Meer: so bleiben Strandtage unproblematisch

Und dann ist da der Strand selbst: Im Sommer ist der Sprung ins Meer besonders verlockend. Laut Ana Domingos haben viele Frauen dazu Fragen – und ihre Antwort ist eindeutig: Eine Schwangere „kann und sollte an den Strand gehen“. Natürlich hängt es von der jeweiligen Schwangerschaft ab – ideal ist, dies mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu besprechen –, aber bei einer Schwangerschaft mit niedrigem Risiko „gibt es überhaupt kein Problem“.

„Natürlich sollten sie die heissesten Stunden meiden, zwischen 11 und 17 Uhr. Und versuchen, so viel Zeit wie möglich im Schatten zu verbringen“, rät sie. Dazu kommen einige besonders hilfreiche Hinweise: gut hydriert bleiben, langsam ins Wasser gehen – und vor allem nicht zu lange in nasser Badekleidung bleiben. „Wegen der Candida-Infektionen“, zumal die Anfälligkeit dafür in der Schwangerschaft erhöht ist. „Das Geheimnis ist, einen Badeanzug zum Wechseln mitzunehmen oder einen zu haben, der schnell trocknet.“

Noch ein Strand-Tipp, der gerade im 2. und 3. Trimester einen deutlichen Unterschied machen kann: „Einen bequemen Stuhl mitnehmen. Lange auf dem Handtuch zu liegen ist mit einem grossen Bauch nicht immer das bequemste Szenario.“

Eines ist sicher: Der Sommer kann dazu zwingen, das Tempo herauszunehmen. Die Fachkrankenschwester erinnert jedoch daran, „dass der Körper einer Schwangeren enorm viel leistet“. „Wenn Sie diesen Sommer mehr Pausen, mehr Schatten, mehr Ruhe oder weniger Pläne brauchen, ist das völlig in Ordnung.“ Am wichtigsten ist, auf den eigenen Körper zu hören, das Tempo dieser Phase zu respektieren und die Erwartungen entsprechend anzupassen.

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