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Eyeliner statt Kajal: So schminken Sie Schlupflider mit umgekehrter Wing-Technik und Tightlining

Frau trägt Mascara auf und schaut in einen runden Schminkspiegel auf einem weißen Tisch.

Früher hat ein kräftiger, tiefschwarzer Kajal die Augen oft größer wirken lassen. Heute erreicht er bei vielen eher das Gegenteil: Der Blick wirkt schnell kleiner und sogar etwas traurig. Der Hintergrund ist simpel: Mit der Zeit verändert sich die Lidform, und ein Teil der beweglichen Lidfläche verschwindet unter dem Oberlid. Eine US-Visagistin demonstriert, wie ein bewusst gesetzter Eyeliner das Auge optisch anheben kann – ganz ohne Lidstraffung.

Warum klassischer Kajal bei Schlupflidern oft alt macht

Sobald das Oberlid die Lidfalte zunehmend verdeckt, „arbeitet“ dunkle Farbe anders als früher. Sie setzt sich leichter in feinen Linien ab, wandert in den äußeren Augenwinkel und lässt das Auge optisch absinken. Besonders ungünstig ist ein breiter, rundum geschwärzter Rand, der das gesamte Auge einfasst.

Ein dicker, dunkler Kajal entlang des gesamten Wimpernkranzes nimmt dem Auge sichtbare Fläche – und damit Frische.

Typische Auswirkungen von zu viel schwarzem Kajal bei Schlupflidern:

  • die weiße Augenfläche wirkt kleiner
  • der äußere Augenwinkel scheint abzurutschen
  • Fältchen werden deutlicher sichtbar
  • das Augenlid wirkt schwer und müde

Darum empfehlen viele Make-up-Profis eine andere Herangehensweise: weg vom weichen Stift, der leicht verschmiert, hin zu einem Eyeliner mit mehr Halt. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die Wahl des Produkts, sondern vor allem Platzierung und Linienführung.

Der neue Ansatz: Eyeliner statt Kajal – aber richtig platziert

Bei reiferen Augen setzen Profis häufig auf flüssigen Eyeliner oder Gel-Eyeliner, aufgetragen mit feinem Pinsel oder Filzspitze. Das Ergebnis hält in der Regel länger, verrutscht seltener und lässt sich präziser ziehen. Ein zentraler Punkt: Der Lidstrich beginnt oft erst ab der Augenmitte und wird Richtung Außenwinkel etwas stärker.

Ein paar Grundregeln, die den Blick sofort offener wirken lassen:

  • am inneren Augenwinkel nur einen ganz dünnen Strich ziehen oder frei lassen
  • zur Mitte hin minimal verstärken
  • zur Außenseite leicht anheben, nicht nach unten kippen
  • Farben wie Dunkelbraun, Taupe oder Anthrazit statt hartem Schwarz wählen

So entsteht ein subtiler „Lifting“-Effekt, ohne das Lid optisch zu beschweren. Der Blick wirkt klarer definiert, ohne wie ein kompakter Make-up-Block auszusehen.

Die umgekehrte Eyeliner-Technik für hängende Lider

Besonders interessant ist die sogenannte umgekehrte Wing-Technik, die gezielt für Schlupflider gedacht ist. Sie läuft vielen Gewohnheiten aus klassischen Schminktutorials zuwider – und gerade deshalb funktioniert sie so gut.

Warum der klassische Wing bei Schlupflidern scheitert

Üblicherweise richtet man den „Wing“ (das kleine Schwänzchen am äußeren Augenwinkel) an der unteren Lidkante aus und verlängert diese schräg nach oben. Bei hängenden Lidern bricht diese gedachte Linie jedoch dort, wo das Lid nach unten fällt. Der sorgfältig gemalte Wing landet dann in einer Falte und wirkt plötzlich schief, geknickt oder „gebrochen“.

Statt anzuheben, lenkt man so den Blick genau auf die Partie, die man eigentlich kaschieren möchte.

So funktioniert der umgekehrte Wing Schritt für Schritt

Die von Profis bevorzugte Variante startet oben – direkt am Wimpernkranz des Oberlids:

  • Setzen Sie sich vor einen Spiegel und blicken Sie ganz entspannt geradeaus, ohne das Lid hochzuziehen.
  • Ziehen Sie einen sehr feinen Strich entlang der oberen Wimpern, und beginnen Sie etwa ab der Mitte des Auges.
  • Führen Sie die Linie nach außen weiter, möglichst dicht am Wimpernrand.
  • Statt den Wing von unten nach oben zu zeichnen, lenken Sie die Linie nun ganz leicht nach unten – also minimal in Richtung untere Lidkante.
  • Setzen Sie einen winzigen Punkt an die Stelle, an der der Wing bei geöffnetem Auge enden soll.
  • Verbinden Sie diesen Punkt mit dem Lidstrich, sodass ein kleines, ausgefülltes Dreieck entsteht.

Beim Zeichnen sieht es kurz falsch aus – doch wenn das Auge offen ist, erscheint der Wing plötzlich perfekt gerade und leicht anhebend.

Der Kniff dabei: Die Form wird danach ausgerichtet, wie das Auge im geöffneten Zustand aussieht – nicht danach, wie es wirkt, wenn man die Haut spannt oder nach unten schaut. Dadurch bleibt der Wing sichtbar oberhalb der Lidfalte und knickt nicht weg.

Tightlining: Der unsichtbare Trick für vollere Wimpern

Ein weiterer Profi-Favorit bei Schlupflidern ist Tightlining. Dabei wird nicht der Bereich über den Wimpern betont, sondern der Zwischenraum direkt in der oberen Wasserlinie – also dort, wo die Wimpern aus dem Lid wachsen.

Der Effekt:

  • die Wimpern wirken dichter und dunkler
  • das Auge bekommt mehr Kontur, ohne sichtbaren Balken
  • kein Produkt nimmt Platz auf der ohnehin kleinen Lidfläche weg

Für Tightlining eignet sich ein besonders haltbarer, idealerweise wasserfester Eyeliner. Wichtig ist, das Auge nur sanft anzuheben (nicht stark ziehen) und die Farbe in kleinen Tupfern einzuarbeiten. Bei empfindlichen Augen empfiehlt es sich, die Technik zunächst kurz zu testen und auf mögliche Reaktionen zu achten.

Umgekehrter Eyeliner unten: Feiner Akzent statt Panda-Augen

Bei sehr stark hängenden Lidern setzen manche Profis zusätzlich unterhalb des Auges an. Gemeint ist ein extrem feiner Strich direkt am unteren Wimpernkranz, der im äußeren Drittel leicht nach oben ausläuft. Anders als beim breiten, geschwärzten Unterlid-Look der 90er bleibt der Großteil der unteren Wasserlinie dabei frei.

Ein zarter, nach außen ansteigender Strich unten kann das Auge anheben – sofern er hauchdünn und weich bleibt.

Besonders gut klappt das mit dunklem Braun oder einem rauchigen Grau. Wer mag, kombiniert dazu oben einen sanft aufgebauten Lidstrich: innen nahezu unsichtbar, nach außen etwas definierter. So entsteht ein optischer Winkel, der das Auge hebt, ohne hart zu wirken.

Typische Fehler, die den Blick trotz Eyeliner müde machen

Viele Patzer lassen sich mit ein paar einfachen Regeln vermeiden. Zu den häufigsten Stolpersteinen gehören:

  • zu dicker Strich über das gesamte Lid
  • Wing, der der natürlichen Neigung des heruntergezogenen Lids folgt
  • intensives Schwarz bei sehr heller, feiner Haut
  • schwerer Kajal in der unteren Wasserlinie
  • nicht fixierter Eyeliner, der in Fältchen absetzt

Besser funktionieren kleine, kontrollierte Anpassungen: lieber schrittweise intensivieren, statt sofort mit einem breiten, durchgehenden Balken zu starten. Mit einem kleinen, fest gebundenen Pinsel lassen sich Kanten zudem mit einem Hauch Lidschatten weich ausrauchen.

Welche Texturen und Tools sich für reife Augen eignen

Flüssiger Eyeliner kann schnell sehr grafisch wirken. Wer sich damit unsicher fühlt, ist oft mit Gel-Eyeliner im Tiegel oder einem gut angespitzten Kajal mit Long-Lasting-Formel besser beraten. Beide Varianten lassen sich leichter ausbessern und bei Bedarf sanft verblenden.

Nützliche Hilfsmittel:

  • Spiegel auf Augenhöhe, nicht von unten – so sehen Sie die echte Form des geöffneten Lids
  • Wattestäbchen mit etwas Make-up-Entferner für kleine Korrekturen
  • feiner Schrägpinsel zum Aussoften harter Linien

Bei zittrigen Händen hilft es, den Ellenbogen auf dem Tisch abzustützen und den Lidstrich in kurzen Abschnitten zu ziehen statt in einem einzigen Zug.

Warum weniger oft mehr ist – und was den Blick zusätzlich hebt

Gerade bei Schlupflidern gilt häufig: Ein feiner, strategisch platzierter Lidstrich bringt mehr als ein dramatisches Augen-Make-up. Den größten Unterschied macht die Linienführung – nicht die Produktmenge.

Zusätzlich spielt der Wimpernkranz eine entscheidende Rolle. Schön gebogene Wimpern und eine Mascara, die eher Länge als Volumen schenkt, verstärken den Lifting-Eindruck des Eyeliners. Wer möchte, setzt ein bis zwei einzelne Wimpernbüschel nur im äußeren Winkel – das öffnet den Blick, ohne künstlich zu wirken.

Hilfreich ist außerdem ein heller, dezent schimmernder Ton im inneren Augenwinkel oder direkt unter dem höchsten Punkt der Augenbraue. Er wirkt wie ein Mini-Reflektor und lenkt den Fokus weg von der hängenden Lidpartie hin zu den strahlenden Bereichen des Auges.

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