Racketsportarten wie Tennis verbinden intensive, taktisch geprägte Bewegungsabläufe mit einer dauerhaften Beanspruchung des ganzen Körpers. In einem Match wird der Organismus durch kurze Sprints, schnelle Richtungswechsel und wechselnde Belastungsphasen gefordert. Dabei werden Muskelgruppen aktiviert, die im Alltag oft kaum auffallen, für Gleichgewicht, Kraft und ein langes, belastbares Leben jedoch entscheidend sind. Gleichzeitig profitieren Ausdauer und Herz-Kreislauf-System, ebenso wie Beweglichkeit, Reaktionsvermögen und die Hand-Auge-Koordination.
Kein Wunder also, dass Tennis in Brasilien immer mehr Anhänger gewinnt. Laut der Confederação Brasileira de Tênis (CBT) gibt es im Land rund zwei Millionen aktive Spielerinnen und Spieler sowie nahezu sechs Millionen Fans.
Felipe Garcia, Sportlehrer und Franchise-Nehmer von Fast Tennis, einem Netzwerk von Tennisplätzen, erklärt, dass sich die Sportart unter anderem durch ihren sozialen Charakter auszeichnet – ein Faktor, der dabei helfen kann, Stresshormone zu senken. Ausserdem ermögliche Tennis einen hohen Kalorienverbrauch, ohne dass sich die Belastung so „zäh“ anfühle, was die wachsende Beliebtheit mit erkläre. „In einer Stunde Tennis legst du zum Beispiel Kilometer in kurzen Spitzen hoher Intensität zurück, ohne die Müdigkeit so wahrzunehmen, wie du sie auf dem Laufband wahrnehmen würdest. Man kann den Prozess in Spass verwandeln“, betont er.
In diesem Zusammenhang nennt der Experte vier Vorteile, die Tennis dem menschlichen Körper bietet. Hier sind sie:
1. Starke Muskeldefinition im Bauchbereich beim Tennis
Ein definierter Bauch ist möglich, während man einfach spielt und Freude daran hat. „Weil Tennis verlangt, dass du den Oberkörper kraftvoll drehst, um den Ball zu schlagen, und direkt danach wieder dein Gleichgewicht herstellst, wird dein Core – die Muskelgruppe in der Körpermitte – in alle Richtungen aktiviert. Diese 360-Grad-Aktivierung trainiert die Muskeln dynamisch und explosiv und sorgt als direkte Folge deiner Leistung auf dem Platz für mehr Definition“, erläutert Felipe Garcia.
2. Aktivierung der Gesässmuskulatur
Beim Tennis lassen sich Bereiche wachrütteln, die sonst selten konsequent gefordert werden. „Die Haltung mit gebeugten Beinen und die ständigen seitlichen Läufe helfen, das Gesäss fester wirken zu lassen und die Form runder erscheinen zu lassen. Neben dem ästhetischen Effekt entsteht dadurch eine deutlich stärkere Hüfte, weil die seitliche Stabilität während des gesamten Spiels kontinuierlich trainiert wird“, sagt er.
3. Kräftigung der Beine
Die unteren Extremitäten sind zentral für Aufbau und körperliche Kräftigung. „Tennis verlangt Sprünge und abrupte seitliche Stopps, die den stabilisierenden Muskeln ein echtes Upgrade geben. Dieses Muster kräftigt alles – von den kleineren Strukturen in den Füssen bis hin zur Wade – und schafft eine extrem widerstandsfähige Basis, die nicht nur optisch etwas verändert, sondern auch deine Leistung in jeder anderen sportlichen Aktivität verbessert“, hebt er hervor.
4. Entwickelte Unterarmmuskulatur
Einen Schläger zu kontrollieren und den Ball sauber zu treffen, kann überraschend effektive Muskelarbeit bedeuten. „Die Energie, mit der du den Ball zurückspielst, baut deine Muskulatur besonders dicht und belastbar auf, weil sie eine kontinuierliche Anspannung von den Fingern bis zu den Schultern erfordert. Das Ergebnis ist ein deutlich strafferer, funktionalerer Arm, der seine Definition durch Präzision und Kontrolle gewinnt – und nicht nur durch rohe Last“, schliesst Felipe Garcia.
Von Lyzie Vitorino
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