Eine selbstgemachte Kaffee-Tönung hat sich einen Namen gemacht, weil sie weiße Haare kaschieren, mehr Glanz bringen und das Haar optisch fülliger wirken lassen soll. Entscheidend ist dabei, die Grenzen der Methode zu kennen: Kaffee kann vorübergehend Pigmente an der Haarfaser ablagern, stellt aber nicht die Melaninproduktion wieder her, die im Haarfollikel stattfindet.
Warum entstehen weiße Haare?
Weiße Haare entwickeln sich, wenn Melanozyten – die Zellen, die Melanin herstellen – ihre Aktivität im Haarfollikel verringern. Fehlt dieses Pigment, wächst das Haar grau, silbrig oder komplett weiß nach.
Meist hängt dieser Vorgang mit Veranlagung und dem natürlichen Älterwerden zusammen. Mitunter können auch starker Stress, Nährstoffmängel, hormonelle Veränderungen oder gesundheitliche Faktoren das Auftreten weißer Haare beschleunigen.
Wie wirkt Kaffee auf weiße Haare?
Kaffee dringt nicht in den Follikel ein und kann Melanin dort nicht „reaktivieren“. Stattdessen wirkt er außen am Haar: Dunkle Farbstoffe legen sich auf die Schuppenschicht (Kutikula) und sorgen für einen sanften Tönungseffekt, der vor allem bei braunem oder dunklem Haar deutlicher sichtbar ist.
Das Ergebnis ist in der Regel nicht dauerhaft und wäscht sich nach und nach wieder aus. Trotzdem kann die Mischung das Erscheinungsbild aus drei Gründen verbessern:
- sie dunkelt oberflächliche, graue Bereiche leicht ab;
- sie nimmt dem Haar einen stumpfen Eindruck;
- sie lässt den Glanz stärker hervortreten;
- sie passt sich braunen Grundtönen besser an;
- sie vermeidet die Aggressivität permanenter Colorationen mit Oxidationsmittel.
Wie bereitet man eine selbstgemachte Kaffee-Tönung zu?
Die einfachste Variante besteht aus sehr starkem, bereits abgekühltem Kaffee, der mit einer weißen Haarkur oder einem weißen Conditioner vermischt wird. Durch die cremige Konsistenz lässt sich das Pigment leichter verteilen, und es tropft bei der Anwendung weniger.
Die selbstgemachte Kaffee-Tönung wird auf sauberes Haar aufgetragen, das trocken oder nur leicht feucht ist – mit Fokus auf die Partien mit den meisten weißen Haaren. Nach einer Einwirkzeit von 20 bis 40 Minuten sollte mit kaltem oder lauwarmem Wasser ausgespült werden, ohne zu stark zu rubbeln.
Welche Vorsichtsmassnahmen verhindern Trockenheit oder Flecken?
Auch wenn es harmlos wirkt: Kaffee kann Handtücher, Kissenbezüge, helle Kleidung und poröse Oberflächen im Bad verfärben. Zudem können Rückstände auf der Kopfhaut entstehen, wenn die Mischung zu häufig verwendet wird.
Um Probleme zu minimieren, helfen diese Punkte:
- zuerst an einer Strähne testen, bevor das ganze Haar behandelt wird;
- Handschuhe tragen, damit die Hände nicht verfärben;
- nicht anwenden, wenn Wunden oder Reizungen auf der Kopfhaut vorhanden sind;
- keinen heissen Kaffee verwenden, da er die Haut empfindlich machen kann;
- höchstens ein paar Mal pro Woche wiederholen und die Reaktion der Haare beobachten.
Wann lohnt sich diese Technik wirklich?
Kaffee bei weißen Haaren eignet sich am ehesten für alle, die eine dezente, schrittweise und vorübergehende Abdunkelung möchten. Eine kräftige Deckkraft wie bei einer permanenten Haarfarbe liefert er nicht – und weiße Haare werden dadurch nicht dauerhaft verändert.
Am realistischsten ist der Effekt als sanftes „Haar-Make-up“: mehr Glanz, weniger Kontrast zu grauen Strähnen und für kurze Zeit ein gleichmässigeres Farbbild. Bei starkem Haarausfall, Reizungen, sehr frühem Ergrauen oder einer plötzlichen Farbveränderung ist es am sichersten, vor reinen Hausmitteln zunächst eine Dermatologin oder einen Dermatologen zu konsultieren.
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