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Wärmflaschen: Risiken für Verbrennungen und Toasted-Skin-Syndrom

Person hält schmerzenden roten Unterschenkel, daneben Thermometer, Fragebogen und dampfende Teetasse auf Tisch.

In den kalten Monaten kuscheln sich viele Menschen gern mit einer Wärmflasche ein. Sie sorgt schnell für Wärme, ist unkompliziert und gilt als preiswerte Möglichkeit, im Winter nicht zu frieren – gleichzeitig kann sie jedoch ernsthafte Verletzungen verursachen.

Im Vereinigten Königreich wurden zwischen 2014 und 2023 insgesamt 5,944 Verbrennungsverletzungen durch Wärmflaschen registriert.

Wie gravierend das sein kann, zeigen Einzelfälle: 2022 erlitt Sharon Portingale Verbrennungen dritten Grades, nachdem sie ihre Wärmflasche mit ins Bett genommen hatte. 2021 wurde Helen Powell verbrüht, als die Wärmflasche, die sie zur Linderung von Rückenschmerzen nutzte, platzte.

Risiken durch Wärmflaschen: Verbrennungen, Verbrühungen und mehr

Verbrennungen und Verbrühungen sind nicht die einzigen möglichen Folgen beim Einsatz von Wärmflaschen.

Ein weiteres Problem ist das sogenannte Toasted-Skin-Syndrom, medizinisch als erythema ab igne (Rötung durch Feuer) bezeichnet.

Toasted-Skin-Syndrom (erythema ab igne): Wie die Haut auf Wärme reagiert

Wärmequellen wie Wärmflaschen, Wärmekissen, Heizlüfter und sogar Laptops können auf der Haut ein rötliches, netzartiges Muster hervorrufen. Ausgelöst wird dies dadurch, dass sich die kleinen Blutgefässe in der Haut erweitern, während sie versuchen, mit der Hitze umzugehen.

In vielen Fällen verschwindet der Befund kurz nach dem Entfernen der Wärmequelle wieder. Wenn die Wärmeeinwirkung jedoch über längere Zeit andauert und immer wieder erfolgt, kann die Haut dünner werden und sich eine Hyperpigmentierung entwickeln – dabei sind manche Hautbereiche dunkler als andere.

Diese Hyperpigmentierung entsteht durch eine Schädigung der elastischen Fasern der Haut sowie durch die Freisetzung von Melanin aus Hautzellen.

Die Schäden können dauerhaft sein, allerdings können Behandlungen wie Lasertherapie oder lokal anzuwendende Cremes mit 5-Fluouracil unterstützen.

Wird das Toasted-Skin-Syndrom spät erkannt und bleibt die Wärmeeinwirkung bestehen, kann das ausserdem das Risiko für Krebsarten erhöhen, darunter Basalzellkarzinom, neuroendokrines Karzinom und niedriggradiges Lymphom.

Wer besonders gefährdet ist

Einige Menschen reagieren empfindlicher auf Wärmeschäden. So haben Personen mit Sichelzellkrankheit und Menschen mit chronischen Schmerzen ein höheres Risiko, erythema ab igne oder schwere Verbrennungen zu erleiden.

Auch bei Menschen mit Diabetes kann es problematisch werden: Wer aufgrund von Durchblutungsstörungen Schwierigkeiten bei der Temperaturregulation hat, friert oft stärker und greift daher regelmässig zu Heiz- und Wärmemitteln. Gleichzeitig kann eine beeinträchtigte Sensibilität bei Durchblutungsproblemen dazu führen, dass die zunehmende Erwärmung der Haut nicht rechtzeitig bemerkt wird – bis es zu Verbrennungen kommt.

Für Babys sollten Wärmflaschen weder zum Warmhalten noch zum Vorwärmen des Schlafplatzes verwendet werden. Neugeborene verfügen über braunes Fett, das ihnen hilft, eine gesunde Körpertemperatur zu halten und sie vor Unterkühlung zu schützen.

Bei der Geburt macht braunes Fett etwa 5% des Körpergewichts aus und liegt um wichtige Organe, um dort Wärme zu erzeugen.

Warm bleiben

Wie lässt sich also warm bleiben, ohne eine Wärmflasche zu benutzen?

Im Bett können Gewichtsdecken helfen, weil bei Bewegungen weniger warme Luft unter der Decke herausgedrückt wird. Wenn Sie hingegen sitzen, ist es sinnvoll, die Füsse hochzulegen und vom Boden fernzuhalten – denn der Boden ist meist der kälteste Bereich im Raum.

Statt nur einen dicken Mantel oder einen schweren Pullover zu tragen, lohnt es sich ausserdem, an das Zwiebelprinzip zu denken: Mehrere Schichten halten eingeschlossene Luft besser fest und speichern dadurch Wärme wirksamer.

An den Fingerspitzen befinden sich etwa doppelt so viele Nervenfasern wie an den Handflächen, weshalb sie besonders schnell auskühlen.

Handschuhe zu tragen – auch in Innenräumen – kann deshalb dabei helfen, den Bedarf des Körpers zu senken, Wärme in die Hände umzuleiten, und gleichzeitig die vom Körper erzeugte Wärme direkt an der Haut zu halten.

Wenn Sie sich zwischendurch bewegen, entsteht zusätzliche Wärme, und das unterstützt die Durchblutung: Warmes Blut aus der Körpermitte wird so besser in die Extremitäten transportiert, etwa in Finger und Zehen.

Sicherer Umgang mit Wärmflaschen

Falls Sie dennoch eine Wärmflasche verwenden, füllen Sie kein kochendes Wasser ein und geben Sie auch kaltes Wasser in die Flasche. Ideal ist eine Temperatur von etwa 50°C-60°C.

Zudem lässt sich das Risiko für Gewebeschäden bei Wärmflaschen oder Wärmekissen verringern, wenn die Wärme nicht dauerhaft auf eine Stelle einwirkt: Verteilen Sie die Wärme gleichmässiger, indem Sie die Quelle immer wieder anders platzieren.

Adam Taylor, Professor und Direktor des Lehrzentrums für klinische Anatomie, Lancaster University

Dieser Artikel wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz aus The Conversation erneut veröffentlicht. Lesen Sie den Originalartikel.

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