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Lipedem: 6 entzündungshemmende und entwässernde Rezepte für den Alltag

Frau gießt roten Saft in Glas, umgeben von frischem Obst, Salat und dampfendem Tee in moderner Küche.

Schmerzen, ein ausgeprägtes Schweregefühl in den Beinen, anhaltende Schwellungen, häufige Blutergüsse und die Schwierigkeit, lokale Fettpolster zu reduzieren: Das sind einige der Beschwerden, die Menschen mit Lipödem schildern. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der es zu einer untypischen Fettansammlung kommt – vor allem an Beinen und Armen – und die überwiegend Frauen betrifft.

Auch wenn keine Ernährung das Lipödem „heilen“ kann, kann die Auswahl der Lebensmittel laut Fachleuten deutlich dazu beitragen, Entzündungsprozesse zu beeinflussen, Wassereinlagerungen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen.

Adriana Mariano, dermatofunktionelle Physiotherapeutin, Ernährungsstudentin und Strategin für Gewichtsreduktion, betont, dass die tägliche Ernährung bei Lipödem eine spürbare Rolle spielt – insbesondere dann, wenn sie mit einer Behandlung im multiprofessionellen Team, körperlicher Aktivität und dauerhaft umgesetzten Gewohnheitsänderungen kombiniert wird.

„Wenn wir an Lipödem denken, müssen wir einen Körper betrachten, der bereits in einem Zustand erhöhter Entzündung lebt. Es gibt keine wundersamen Lebensmittel, aber klügere Entscheidungen können helfen, Einlagerungen zu reduzieren, Entzündungen zu modulieren und Symptome wie Schweregefühl, Unwohlsein und Müdigkeit zu verbessern“, erklärt sie.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die Expertin, Lebensmittel mit vielen Antioxidantien, Ballaststoffen und bioaktiven Inhaltsstoffen sowie Komponenten mit entzündungshemmendem Potenzial regelmässig in den Speiseplan zu integrieren – ohne dass Essen zu Leidensdruck oder übermässiger Restriktion wird.

Im Folgenden schlägt die Physiotherapeutin einige unkomplizierte Rezepte vor, die das Management der Erkrankung unterstützen können.

1. Funktionaler Tassenkuchen mit proteinreicher Beerensauce

Eine häufige Hürde auf dem Weg zu einer ausgewogenen Ernährung ist der Wunsch nach Süssem, ohne dass dabei der Genuss verloren geht. Die Idee dieses funktionalen Kuchens: Sättigung, Ballaststoffe und antioxidative Zutaten in einer schnellen Zubereitung zu verbinden. „Menschen mit Lipödem stecken oft in einem Kreislauf aus Essensschuldgefühlen. Es geht nicht darum, alles zu streichen, sondern ausgewogenere Strategien zu entwickeln, die entzündliche Trigger reduzieren und beim Hungermanagement helfen“, rät Adriana Mariano.

Zutaten

Teig

  • 1 Ei
  • 1 EL Haferflocken
  • 1 EL 100% Kakaopulver
  • 1 EL Chiasamen
  • 1 zerdrückte reife Banane
  • 1 TL Backpulver
  • Zimt nach Geschmack

Sauce

  • 1 Scoop Whey-Protein
  • Zerdrückte rote Beeren nach Geschmack
  • So viel Wasser, bis eine cremige Paste entsteht

Zubereitung

Teig

Ei, Haferflocken, Kakaopulver, Chiasamen, zerdrückte Banane und Zimt in eine Tasse oder ein mikrowellengeeignetes Gefäss geben. Alles gründlich verrühren, bis der Teig gleichmässig ist. Backpulver hinzufügen und vorsichtig unterheben. Für etwa 3 Minuten in die Mikrowelle geben. Beiseitestellen.

Sauce

Whey-Protein mit den zerdrückten Beeren vermengen und nach und nach Wasser dazugeben, bis eine cremige Paste entsteht. Über den noch warmen Kuchen geben und direkt servieren.

2. Entzündungshemmender, entwässernder „Power“-Tee (bei Lipödem)

Warme Getränke können ebenfalls als Unterstützung dienen – sowohl für die Flüssigkeitszufuhr als auch für ein angenehmes Körpergefühl, besonders wenn sie Zutaten kombinieren, die traditionell in entwässernden Konzepten genutzt werden. „Es geht nicht um einen Wundertee. Es geht darum, einen ernährungsbezogenen Rahmen zu schaffen, die Hydration zu verbessern und Gewohnheiten zu reduzieren, die Entzündung und Einlagerungen begünstigen“, erklärt die Physiotherapeutin.

Zutaten

  • 500 ml kochendes Wasser
  • 1 gestrichener EL Schachtelhalm-Tee
  • 1 gestrichener EL getrockneter Hibiskus
  • 4 Gewürznelken
  • 1 Zimtstange

Zubereitung

Das kochende Wasser in ein Gefäss geben und Schachtelhalm, getrockneten Hibiskus, Gewürznelken sowie die Zimtstange hinzufügen. Abdecken und einige Minuten ziehen lassen. Abseihen und über den Tag verteilt trinken.

3. Roter Detox-Saft

Dieser Saft setzt auf antioxidative Komponenten und Ballaststoffe. Er kombiniert rote Früchte, Gemüse und Samen, die zu mehr Sättigung beitragen und den Alltag um Mikronährstoffe ergänzen können. „Viele glauben, auf die Ernährung zu achten bedeute, ohne Freude zu essen. Je bunter und abwechslungsreicher der Teller ist, desto eher bleiben Menschen dran – und desto grösser ist meist auch der ernährungsphysiologische Nutzen“, sagt Adriana Mariano.

Zutaten

  • 4 Erdbeeren
  • 1/2 rohe Rote Bete
  • 1 EL rote Früchte (Acerola, Heidelbeere oder Himbeere)
  • 1 EL Chiasamen
  • 150 ml Wasser
  • 1 Stück Ingwer
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1 Blatt Grünkohl
  • 5 Minzblätter

Zubereitung

Erdbeeren, Rote Bete, rote Früchte, Chiasamen, Wasser, Ingwer, Zitronensaft, Grünkohl und Minze in den Mixer geben. Rund 2 Minuten mixen, bis alles homogen ist. Anschliessend sofort servieren.

4. Vollwertiger, entwässernder und entzündungshemmender Salat

Eine Mahlzeit mit vielen Ballaststoffen, guten Fetten und Eiweiss kann laut Adriana Mariano sowohl die Sättigungskontrolle als auch die metabolische Balance unterstützen. „Der grösste Fehler ist zu glauben, gesunde Ernährung müsse eintönig sein. Eine ausgewogene Mahlzeit braucht auch Geschmack, Textur und Nährstoffe, die den Körper wirklich tragen“, sagt sie.

Zutaten

  • 1 Tasse fein geschnittener Rotkohl
  • 1 Tasse fein geschnittener Weisskohl
  • 1 Tasse gekochte, abgetropfte Kichererbsen
  • 1 Tasse gekochter Blumenkohl
  • 1 Tasse Brokkoli
  • 125 g Sardinen in Öl
  • 3 EL Walnüsse
  • 1 TL Chiasamen
  • 1 TL goldene Leinsamen
  • Zitrone und Salz nach Geschmack

Zubereitung

Rotkohl, Weisskohl, Kichererbsen, Blumenkohl, Brokkoli und Sardinen in eine Schüssel geben. Walnüsse, Chiasamen und goldene Leinsamen ergänzen und alles gut vermengen. Mit Zitrone und Salz abschmecken und direkt servieren.

5. Entzündungshemmende Avocado-Creme

Wer eine nährstoffreichere Süssspeise sucht, kann mit dieser Avocado-Creme eine Alternative mit guten Fetten, Ballaststoffen und natürlicher Süsse nutzen. „Intelligente Austausche funktionieren meist besser als radikale Verbote. Ziel ist eine nachhaltige Ernährung, die die Person ohne Leiden durchhalten kann“, betont Adriana Mariano.

Zutaten

  • 1/2 Avocado
  • 1 EL 100% Kakaopulver
  • Zimtpulver nach Geschmack
  • 4 Datteln

Zubereitung

Avocado, Kakaopulver, Zimt und Datteln in den Mixer oder eine Küchenmaschine geben. Etwa 2 Minuten pürieren, bis eine gleichmässige, cremige Konsistenz entsteht. Gekühlt servieren.

6. Entwässernder, entzündungshemmender Shot

Die Kombination aus Kurkuma, Ingwer, Propolis und Passionsfrucht wird als Option genannt, um bioaktive Verbindungen direkt zu Beginn des Tages einzuplanen.

Zutaten

  • Abgesiebter Saft von 1/2 Passionsfrucht
  • 1 gestrichener TL Kurkuma
  • 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Ingwerpulver
  • 50 ml Wasser
  • 4 Tropfen Propolis

Zubereitung

Passionsfruchtsaft, Kurkuma, schwarzen Pfeffer, Ingwerpulver, Wasser und Propolis in ein Glas geben. Gründlich verrühren, bis alles gut vermischt ist. Zum Frühstück trinken.

Von Sarah Carvalho

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