Melasma ist eine Hautveränderung, bei der sich dunkle Flecken bilden – vor allem im Gesicht. Häufig steht sie im Zusammenhang mit Sonneneinstrahlung, hormonellen Schwankungen, genetischer Veranlagung und starker Hitze. Nach Angaben der Brasilianischen Gesellschaft für Dermatologie wird geschätzt, dass etwa 35% der Frauen im gebärfähigen Alter in Brasilien in einem gewissen Ausmass betroffen sind.
Auch wenn Melasma in der Regel keine schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken mit sich bringt, kann es das Selbstwertgefühl und das emotionale Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Eine endgültige Heilung gibt es zwar nicht, doch mit der passenden Behandlung lässt sich die Erkrankung kontrollieren – so können die Flecken aufgehellt und eine Verschlechterung verhindert werden.
Laut der Dermatologin Ana Paula Furst von der Lenzaví Clinic besteht einer der grössten Fehler bei der Behandlung von Melasma darin, an Standardlösungen oder „Wunderverfahren“ zu glauben. „Das Verfahren, das das Melasma einer Freundin verbessert hat, kann Ihres verschlimmern. Jede Haut reagiert anders, hat ein anderes Sensibilitätsniveau und eigene Auslöser. Deshalb ist der erste Schritt immer, die Haut jeder Patientin wirklich genau kennenzulernen“, warnt sie.
Melasma erfordert eine individualisierte Behandlung
Ana Paula Furst betont, dass die heutige Melasma-Therapie weit über den wahllosen Einsatz von Säuren, Lasern und Peelings hinausgeht. „Oft müssen wir diese Haut zuerst beruhigen und Entzündungen reduzieren, bevor überhaupt ein Eingriff sinnvoll ist. Dazu gehören orale Antioxidantien, eine passende Skincare-Routine und Behandlungen in der Praxis mit aufhellenden Wirkstoffen, die strategisch und individuell ausgewählt werden“, erklärt sie.
Der Ärztin zufolge verträgt nicht jede Haut Laser, nicht jede Haut braucht ein Peeling – und in vielen Situationen kann zu viel Behandlung den Zustand sogar verschlechtern. „Melasma ist eine chronische Erkrankung. Es gibt keine endgültige Heilung, aber es lässt sich kontrollieren. Und heute können wir die Hautqualität wirklich deutlich verbessern und die Flecken stark abschwächen, wenn die Behandlung korrekt und kontinuierlich erfolgt“, unterstreicht sie.
Pflegeroutinen, um Melasma unter Kontrolle zu halten
Im Alltag hängt die Kontrolle von Melasma von täglichen Entscheidungen ab. Laut der Ärztin sind es gerade diese Gewohnheiten, die die Ergebnisse einer Therapie stabilisieren – oder sie gefährden können. Die folgenden Massnahmen helfen dabei, die Erkrankung im Griff zu behalten:
1. Täglich Sonnenschutz – auch bei bewölktem Himmel
UV-Strahlung wirkt auch dann, wenn die Sonne nicht sichtbar ist. Schon ein einziger Tag ohne diesen Schritt kann ausreichen, um die Flecken wieder zu aktivieren.
2. Am Strand oder im Schwimmbad den Schutz verstärken
Hut, Kappe und ein Shirt mit UV-Schutz sind kein „zu viel“, sondern Teil des Protokolls für alle, die das Behandlungsergebnis erhalten möchten.
3. Achten Sie auf alles, was das Gesicht erhitzt
Langes Stehen am Backofen oder künstliches Bräunen in Kabinen kann die Melaninproduktion ankurbeln. Wer gebräunt aussehen möchte, fährt mit Spray-Tanning (oder Selbstbräuner) als sicherere Alternative.
4. Nur das Gesicht zu schützen reicht nicht
Dieser Punkt überrascht viele Betroffene am meisten. Bekommt der restliche Körper zu viel Sonne ab, reagiert die Haut insgesamt. „Das ist etwas, was viele nicht verstehen: Melasma funktioniert nicht in einzelnen Teilen. Manchmal schützt die Patientin das Gesicht, aber sonnt den ganzen Körper. Die Haut reagiert als Ganzes. Zu viel Sonne an Armen, Dekolleté oder Beinen kann schon reichen, um die Flecken im Gesicht wieder zu aktivieren“, warnt die Dermatologin.
Kontinuierliche Kontrolle ist der Schlüssel, um Ergebnisse zu erhalten
Wer Melasma behandelt, braucht Konsequenz, Geduld und eine passende ärztliche Begleitung. „Ich sage meinen Patientinnen immer: Suchen Sie sich eine Dermatologin, die wirklich Ihre ist. Denn Melasma behandelt man nicht, indem man Internettrends folgt oder das Protokoll einer anderen Person kopiert. Was bei der einen Haut funktioniert, kann eine andere komplett sensibilisieren“, schliesst Ana Paula Furst.
Von Júlia Oliveira
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