Die Ausstellung „Venus“ von Joana Vasconcelos, die sich am Kosmos des italienischen Couturiers Valentino orientiert, eröffnet im Oktober in Lissabon. Sie ist Teil der Feierlichkeiten zum zehnten Jubiläum des Museums für Kunst, Architektur und Technologie (MAAT) und verbindet zeitgenössische Kunst mit Haute Couture.
„Venus“ im MAAT: Termine, Ort und Ursprung des Projekts
Unter dem Titel „Venus – Valentino Garavani durch die Augen von Joana Vasconcelos“ ist die Schau vom 02. Oktober dieses Jahres bis zum 22. Februar 2027 in den Galerien 1 und 2 der MAAT Gallery zu sehen. Wie das Museum mitteilt, basiert die Lissabonner Präsentation auf einer Weiterentwicklung des Projekts, das von der PM23 – Fondazione Valentino Garavani e Giancarlo Giammetti in Zusammenarbeit mit dem Modehaus Valentino konzipiert und im Januar in Rom eröffnet wurde.
Neues Ausstellungskapitel in Lissabon
Für Lissabon wird das Projekt in einen anderen architektonischen und kuratorischen Rahmen übertragen und bildet damit, so das MAAT, „ein neues Kapitel“ der Ausstellung. Im Zentrum steht „Walküren-Venus“, eine 2025 entstandene, monumentale textile Skulptur, die Joana Vasconcelos als Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis des italienischen Designers geschaffen hat, der der Ausstellung den Namen gab.
Dialog zwischen Joana Vasconcelos und Valentino Garavani
Bekannt für grossformatige Installationen, hat Joana Vasconcelos für das MAAT einen eigenen Ausstellungsparcours entwickelt. Er kombiniert ikonische Arbeiten mit neuen, vom Universum Valentino Garavanis (1932-2026) inspirierten Werken und tritt in einen Dialog mit mehr als 30 Haute-Couture- und Prêt-à-porter-Stücken des italienischen Schöpfers.
Der Rundgang ist als durchgehende Abfolge über beide Galerien angelegt und soll „Gemeinsamkeiten zwischen der künstlerischen Sprache der Autorin und dem Werk Valentinos“ sichtbar machen – verbunden mit einer Reflexion über Kreativität, Handwerk, Identität und Schönheit.
Zu den neuen Arbeiten zählt die Serie „Häkelbilder“, die Textil in eine malerische Bildfläche überführt. Ausgangspunkt ist dabei ein Motiv von Josef Hoffmann, das in der Valentino-Garavani-Haute-Couture-Kollektion Herbst–Winter 1989-1990 verwendet wurde. Ebenfalls neu ist „Heiliges Herz“, eine für diese Ausstellung realisierte, frei hängende textile Skulptur.
Die Schau umfasst zudem einige der bekanntesten Werke der portugiesischen Künstlerin: „Marilyn“, hochhackige Schuhe, die aus Töpfen und Deckeln gebaut sind, „Garten Eden“, eine immersive Installation, die das Publikum durch ein Labyrinth aus künstlichen Blumen führt, sowie „Unabhängiges Herz #3“, eine aus Plastikbesteck gefertigte Skulptur, die sich am traditionellen Herzen von Viana orientiert.
Werdegang und internationale Stationen
Joana Vasconcelos, die im Jahr 2000 als erste den Preis „Novos Artistas“ der Fundação EDP gewann, arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten an einem Œuvre, das sich durch die Aneignung von Alltagsobjekten und traditionellen Handwerkstechniken auszeichnet. Diese werden von ihr in monumentalem Massstab neu interpretiert, um Fragen nach Identität, der Rolle der Frau und der Gegenwartsgesellschaft zu verhandeln.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie 2005 mit der Installation „Die Braut“, die auf der Kunstbiennale von Venedig gezeigt wurde. 2013 vertrat sie Portugal bei derselben Veranstaltung. In Frankreich war sie zudem die erste Frau und die jüngste Künstlerin, die eine Einzelausstellung im Schloss Versailles realisierte. Darüber hinaus präsentierte sie Projekte unter anderem im Guggenheim Museum Bilbao, im Palazzo Pitti sowie in den Uffizien in Florenz.
In den vergangenen Jahren zeigte sie Ausstellungen in Portugal, Spanien, der Schweiz, Deutschland, Brasilien, den USA und Italien.
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